One weekend trip after another

Spätestens seit ich aus Boston zurück bin hat Anika es geschafft, mich mit ihren Eyewitness Travel Guides und ihrer nicht aufhörenden Energie dazu zu kriegen, an den letzten Wochenende noch so viel zu machen, wie es geht.

Erst mal ging es freitags ins Bureau of Printing and Engraving, wo zusammen mit einer Außenstelle in Texas das komplette Geld der Vereinigten Staaten von Amerika gedruckt wird. Dann haben wir eine Tour durch das höchste Gericht der USA, den US Supreme Court, gemacht. Der Supreme Court war in den letzten Wochen oft in den Schlagzeilen, da Barack Obama Sonia Sotomayor als einen der neun Richter nominiert hat. Sie wäre erst die dritte Frau im Supreme Court und der erste lateinamerikanische Richter.

Vorletzten Samstag sind wir dann nach fast einem Jahr endlich in Annapolis gewesen. Annapolis ist die Hauptstadt von Maryland, Sitz der Naval Academy und hat einen sehr schönen Stadtkern mit Hafen raus zur Chesapeake Bay.

Im Maryland State House, einem der wichtigsten Gebäude in Annapolis, hat unser lieber Freund George Washington seinen Rücktritt als Oberbefehlshaber der Armee im Kampf um die amerikanische Unabhängigkeit von Großbritannien unterschrieben und wir haben uns gefreut, dass die Rede wie überall wo George sich tummelt auf unser gutes altes Mount Vernon gefallen ist.

Unbedingt vorbeischneien sollte man auch an der Naval Academy, einer Eliteschule, die für die Marine ausbildet. Netter Campus, wie immer eine kleine Stadt in der eigentlichen Stadt, aber das Beste sind natürlich die Studenten in ihren Uniformen. Das war uns spätestens dann klar, als wir ein paar auf dem Trainingsplatz gesehen haben - shirtless.

Am nächsten Morgen ging es (wirklich!) früh raus, um zu fünft an die Küste zu fahren: Chincoteague und Assateague Island. Ein Tag voller Sonne, Eis, Strand und Mückenstiche. War super!

In der Woche darauf war ich im Pentagon. Interessant. Wie sonst erfährt man, dass es im Pentagon einen Juwelier, Blumenladen, Starbucks, Taco Bell, CVS, McDoof, KFC und so weiter gibt? Weniger amüsant war der Besuch der Stelle im Gebäude, in die am 11. September ein Flugzeug gekracht ist. Im Pentagon selbst starben 125 Menschen und außerdem noch die Insassen des Flugzeuges. Man kann das kaum begreifen, ich brauche dahin vielleicht 20 Minuten mit dem Auto und ich kenne Leute, die genau zur Zeit des Anschlags im Gebäude sehr nah an der Stelle waren.

Als nächstes stand dann Charlottesville auf unserer Liste. Fast drei Stunden südlich von DC gelegen, befindet sich in Charlottesville die von Thomas Jefferson gegründete University of Virginia, die nicht nur einen guten Ruf, sondern auch einen richtig schönen Campus hat! Außerdem haben wir noch Monticello angesehen, wo Thomas Jefferson bis zu seinem Tod gelebt hat. So schön! Auf einem Hügel mitten im Wald gelegen, tolle Aussicht.

Zurück in DC haben wir den Sonntag in Georgetown, meinem absoluten Lieblingsviertel, verbracht. Vorbei am ehemaligen Haus von Jackie Kennedy, der N Street mit den vielen townhouses (ich würde in jedes einziehen!), zum Campus der Georgetown University, am C&O Canal entlang. Runter zum Hafen, wo die ganzen Möchtegerns prollig auf ihren Booten direkt vor der Promenade liegen und weiter zum boathouse, von wo aus Katie jeden Tag beim Rudern startet. Vorbei am Watergate Komplex, weiter zum Kennendy Center (JFK, whoop whoop!), von wo aus man von der oberen Terasse aus einen super Blick auf Georgetown, NW DC und Rossyln hat.

Für meine Kids haben die Sommerferien diese Woche schon angefangen, das heißt ich muss jetzt wieder ran. Nicht so wie manch anderes Au Pair, aber einfach mal los und drei Stunden einkaufen gehen sitzt auch nicht mehr drin. Mit Katie hab ich nur noch eine Woche, danach geht sie ins camp. Ich bin so traurig. Momentan verstehen wir uns einfach noch viel besser als sonst schon und das macht es nicht leichter. Gut, das alles wusste ich natürlich auch schon vor meinem Jahr, aber es ist trotzdem schwer, wenn man weiß, dass man für ganz lange tschüss sagt.

2 Kommentare 10.6.09 16:16, kommentieren

It's not always rainbows and butterflies

So schnell kann's gehen: vor knapp drei Stunden noch richtig happy und jetzt will ich einfach nur, dass dieser Tag vorbei ist. Blöde Situation, ein oder zwei Zufälle dazu und ich bin frustriert. That's the way life goes. Hoffentlich sieht die Welt morgen schon wieder anders aus.

Wenigstens freue ich mich auf das Wochenende, wir haben richtig starke Pläne!

1 Kommentar 28.5.09 02:34, kommentieren

Julia goes Ivy League and Whale Watch

Kaum zu glauben, aber wahr. Ich habe es tatsächlich noch nach Boston geschafft. Und ich hätte so viel verpasst, hätte ich den Trip nicht mehr gestartet, unglaublich. Am Freitagmorgen ging es (mal wieder) hoch nach New York, wo ich den Abend mit Anna verbracht habe. Wir sind durchs Village geschlendert, waren in einigen ziemlich süßen Hinterhöfen und Parks und sind letztendlich dann am Wasser gelandet, wo wir New Yorker beobachtet haben. Natürlich ist uns auch mal wieder das ein oder andere (sehr) schwule Pärchen über den Weg gelaufen – typisch NY/das Village eben.

Samstag hieß meine erste Station in Boston Harvard University. Die Uni liegt in Cambridge, ganz nah an Boston und ist super. Cambridge ist eine niedliche, schöne Stadt und der Campus liegt mittendrin. Mit Verena und ihrer Familie habe ich dann eine von Studenten geführte walking tour gemacht, die unglaublich interessant war. Neben einigen verrückten stories und Campusregeln haben wir auch noch erfahren, dass sowohl Bill Gates, als auch Barack Obama, John F. Kennedy und Matt Damon in Harvard studiert haben. Hier hat zum Beispiel Matt in der zweiten Etage gewohnt:

Die Harvard University wird neben Yale, Columbia, Princeton, Brown, Cornell, Pennsylvania und Dartmotuh zu den Ivy League Colleges, den acht Elite-Unis im Nordosten der USA, gezählt und hat einen richtig guten Ruf. Hätte ich die Möglichkeit dort zu studieren, würde ich nicht nein sagen. Danach ein kleines Häuschen am Louisburg Square und ich wäre happy!

Die Statue auf diesem Photo soll John Harvard darstellen, nach dem die Harvard University benannt wurde. Angeblich bringt es Glück, den Schuh des schönen Mannes zu rubbeln. Gut zu wissen ist allerdings, dass die Statue Freitags- und Samstagsabends unbewacht ist und die Harvard-Studenten wissen, dass die Touristen den Schuh immer berühren. Deswegen lassen sie sich als kleinen Zeitvertreib auch gerne mal den ein oder anderen Spaß einfallen und beschmieren den Fuß mit … irgendetwas. Yummy! Ich hab mich trotzdem dazu durchgerungen ihn zu rubbeln (obwohl ich keinen hand sanitizer mehr hatte!).

Zurück in downtown bin ich den Freedom Trail gelaufen, eine rote Linie, die sich durch die historisch wichtigsten Punkte der Stadt zieht. Boston ist eine eher kleine Stadt, man kann super zu Fuß unterwegs sein, aber es ist auf jeden Fall eine der schönsten Städte, die ich hier in den USA gesehen habe. I’m in love with Boston! Auf den Spuren des Freedom Trails habe ich dann vom Boston Common (einem wunderbaren Park downtown) über das Massachusetts State House, Faneuil Hall, Quincy Market und die Old North Church die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert.

 

Am nächsten Tag stand dann endlich die whale watching tour an – und es war genial! Wir haben so viele Wale gesehen! Und sogar Babywale, ein Traum. Wir sind ungefähr eine Stunde raus aufs Meer gefahren, wo sich ein feeding ground befindet, weswegen die Chancen, dort Wale zu sehen, gut sind. Kurz nachdem wir angekommen waren, haben wir direkt einige Buckelwale gesehen. Teilweise waren die so nah am Boot, wirklich unglaublich. Das ist so ein komisches Gefühl zu wissen, dass diese riesigen Tiere direkt neben dir im Wasser sind. Unser Tourguide hat vieles über die Wale erklärt und ich bin jetzt noch aufgeregt wenn ich daran denke! Am Ende haben wir sogar noch einen Wal springen sehen, das war einfach der Wahnsinn.

Mit meinem neuen Lieblingsreiseführer bin ich dann noch ein wenig in einem der schönsten Viertel Bostons rumgelaufen: Beacon Hill. Mit Sicherheit die teuerste Adresse der Stadt, vor allem der Louisburg Square, aber einfach schön. Das Viertel ist stark europäisch geprägt und durch die hügeligen Straßen süß und charmant.

Kev zu Liebe durfte eine Sache in Boston nicht fehlen: ein Besuch am Fenway Park. Ich glaube ernsthaft, dass es zum Ausschluss der Familie geführt hätte, wäre ich dort nicht vorbeigeschneit. Überhaupt habe ich in Boston niemanden ohne Red Sox Logo irgendwo gesehen. Und das Shirt ‚I support two teams: the Red Sox and whoever beats the Yankees‘ hat jeder Dritte getragen.

Ich hatte also ein wunderbares Memorial Day weekend, habe super Leute kennengelernt und jetzt sind es bald nur noch vier Wochen bis es nach San Francisco geht. Ich könnte gleichzeitig weinen und mich freuen, aber erst mal machen wir noch eine Riesenparty aus der Zeit, die wir noch hier in VA haben!

1 Kommentar 27.5.09 17:06, kommentieren

Viva la vida!

Maroon 5 war spitze. One Republic besser und interessanter als erwartet. Oasis eher enttäuschend. The Killers der absolute Traum und eines der besten - wenn nicht sogar das Beste - Konzerte, die ich je gesehen habe. Und Coldplay? Streitet sich jetzt mit den Killers um den Platz an der Spitze.

Letzten Donnerstag haben die vier Jungs aus England zum dritten Mal während meines Au Pair Jahres in der DC area gespielt. Als wir abends am Nissan Pavillon ankamen, waren wir etwas überrascht, das Konzert war nämlich .... open air! Yippie! Das Wetter war super - und die Show erst! Unglaublich, ich bin so begeistert. Eine geniale Bühnenshow und super live gespielt (und gesungen, I'm in love with Chris). Als die dann auch noch im Publikum, keine 10 Meter entfernt von uns gespielt haben, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Absolute Highlights natürlich Fix You, The Scientist, Lovers in Japan (überall buntes Konfetti) und Viva la vida (Ohh ohh ohh)! Coldplay live? Jederzeit wieder!

Beim Rausgehen hat dann jeder Fan als Dankeschön noch das Live-Album LeftRightLeftRightLeft geschenkt bekommen, wir waren begeistert.

1 Kommentar 26.5.09 23:06, kommentieren

Great Falls

Zur Erinnerung: so unglaublich war mein Blick auf die Niagara Falls!

Deswegen habe ich mich letzte Woche dann sehr gefreut, dass das Wetter wenigstens bei den Great Falls gestimmt hat. Ich bin sicher, dass die im Gegensatz zu den Niagara Falls das Unspektakulärste überhaupt sind, aber die Fälle befinden sich am Potomac und sind in einem Nationalpark direkt vor der Tür. Deswegen ging es letzten Mittwoch für Anika und mich dorthin und wir haben das schöne Wetter genossen.

1 Kommentar 26.5.09 19:39, kommentieren

Aloha!

 

Rein ins Baströckchen, die Flip Flops und den Kokos-BH dazu und möglichst viele Blumenketten um den Hals – Hawaii pur! Am Sonntag haben sich so gut wie alle Au Pairs meines Clusters zu einem der wichtigsten Events des Jahres versammelt - der Luau-Party. Die hawaiianische Deko, Beachvolleyball und der Strand haben zum Karibikfeeling beigetragen, die Sonne leider nicht so.

Der Tag war trotzdem super! Wir haben unsere Awards bekommen, eine Art Auszeichnung von den Gastfamilien an die Au Pairs. Jede Gastfamilie hat 10 Wörter an unsere counsellorin geschickt, die das Mädchen beschreiben sollen. Als die Vergabe los ging und viele Mädchen Awards mit Wörtern wie Panera, Starbucks, Travel, Scrapbook und so weiter bekommen haben, habe ich die Daumen gedrückt, dass meine hosties wirklich liebe Sachen aufgeschrieben haben. Und zwar wirkliche Charaktereigenschaften oder Wörter, die mein Verhalten oder meinen Job mit den Kindern beschreiben und nicht so unkreative Wörter, die die Lieblingsfreizeitbeschäftigungen eines Au Pairs beschreiben. Dass ich gerne zu Starbucks gehe weiß ich selber und das wird auch meiner Gastfamilie nicht verborgen geblieben sein - genauso wenig wie meiner Bank, tüdelü - aber hätten die nur so etwas geschrieben, wäre ich schon enttäuscht gewesen. Umso größer war dann die Freude, als ich meinen Rahmen bekommen habe. Wooooow – ich hätte in die Luft springen können, ich war so happy. Und bin es immer noch. Der Rahmen steht bei mir auf der Kommode und jedes Mal wenn ich ihn ansehe, freu ich mich so sehr! Ich hab meine Gasteltern erst mal richtig fest umarmt und mich bedankt, als ich nach Hause gekommen bin. Hach.

Nach einem yummy hawaiianischen Essen haben wir dann fast 100 Luftballons steigen lassen. Jedes Au Pair hatte einen und hat auf eine Karte einen Wunsch geschrieben! Ein super Bild mit den ganzen Ballons am Himmel. Jetzt muss meiner nur noch in Erfüllung gehen.

Nach den Awards, den Luftballons und einigen Runden Hula Hoop haben wir dann die graduation aller Au Pairs gefeiert, die bis Mitte Juli nach Hause gehen. Ich habe einen super graduation hat bekommen und den natürlich traditionell in die Luft geschleudert.

 

Das Ganze hat mir noch mal bewusst gemacht, wie wenig Zeit ich hier überhaupt noch habe. Mein letztes offizielles Clustermeeting liegt schon hinter mir, das ist kaum zu glauben. Ich freue mich auf zu Hause, aber ich bin furchtbar traurig, alles zurückzulassen. Ich wünschte diese super Zeit in meinem Leben würde nie vorbeigehen. Gerade deswegen nutzen wir hier jeden Tag. Als nächstes stehen am Mittwoch die Great Falls auf dem Programm. Freitag geht es nach New York City und Samstag weiter nach Boston, wo der Freedom Trail, die Harvard University und eine Whale Watching Tour (Ja, ich wage mich auch nach Virginia Beach noch einmal auf ein Boot!) auf mich warten.

2 Kommentare 19.5.09 04:49, kommentieren

Ocean City oder: Hallo Sonnenbrand!

Und weiter geht’s mit unseren Sonntagsausflügen. Am letzten Wochenende sind wir frühmorgens (Nachdem ich für meine Verhältnisse superpünktlich war! Leider sahen die anderen das anders. Aber hej, wir sind hier nicht auf der Flucht. Klasse Spruch.) zu viert nach Ocean City losgedüst. Wir sind trotz diverser Riesenbrücken heile angekommen und haben uns erst mal ein paar Stunden gesonnt. Dabei habe ich mir den schlimmsten Sonnenbrand geholt, den ich je hatte. Mein Rücken ist jetzt, eine Woche später, immer noch rot. Dafür bin ich aber schon etwas braun, California here we come! Das Wasser war eiskalt, wir haben uns trotzdem richtig nass gemacht und sind danach den boardwalk entlang gelaufen. Viele kleine Strandshops und alles bunt und sommerlich. Sogar ein Minifreizeitpark war am Pier aufgebaut.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Berlin, MD sind wir wieder zurück richtig Alexandria/Springfield gefahren. Der Sonnenbrandcontest auf der Fahrt hat keinen klaren Sieger ergeben, wir konnten alle ganz gut mithalten. Mal schauen wie lange ich damit noch meinen Spaß habe!

Jetzt schmeiß ich mich in mein Baströckchen und klemme mir ein paar Blümchen ins Haar und dann geht es auf zur Luauparty! Aloha!

1 Kommentar 17.5.09 17:18, kommentieren