Almost heaven, West Virginia, Blue Ridge Mountains, Shenandoah River

Langsam geht’s auf das Ende zu, deswegen nutzen wir jetzt jeden freien Tag, um etwas zu machen. Egal wie das Wetter ist. Als wir uns am Sonntag nach West Virginia aufgemacht haben, war es einfach ungemütlich, grau, regnerisch, quasi deutsches Wetter! Gepasst hat es aber wunderbar, aus den ganzen Wäldern und Bergen kam Dampf und es sah super aus. Unser erster Stopp hieß Charles Town, wo wir unser erstes Pferderennen gesehen haben. Es gibt dort eine riesige Anlage, auf der mehrmals die Woche Rennen stattfinden, bei denen die Leute wetten. Natürlich darf auch ein Casino nicht fehlen.

Die Rennen waren interessant, viel interessanter allerdings die Größe der Jockeys. Unglaublich was das für kleine, schmächtige ‚Männer‘ sind. Und die Sättel erst – eine gewisse Ähnlichkeit kann man von der Größe her zu den allseits beliebten Barbiepferdesätteln nicht verleugnen.

Wenn wir nicht gerade die Rennen angeschaut haben, waren wir damit beschäftigt, die anderen Zuschauer abzuchecken. Den Altersdurchschnitt haben wir um geschätzte 100 Jahre gesenkt und man konnte eindeutig feststellen, dass so manches Cliché doch erfüllt wird. Wir waren mit Abstand die am besten angezogenen Personen weit und breit und dass wir in der Nähe einer relativ großen Stadt wohnen, konnte man uns dort wohl auch ansehen. Fazit des Tages: Pferderennen sind sehr beliebt – vor allem bei Omis und Opis aus der Provinz, die gerne mal rauchend und trinkend zusehen und sich mit Sicherheit im Anschluss noch auf eine Runde Halma am Stammtisch treffen.

Weiter ging es dann nach Harper’s Ferry, einem sehr süßen Ort am Dreiländerreck der Bundesstaaten Maryland, West Virginia und meinem Lieblingsstaat Virginia. Harper’s Ferry wird vom Potomac auf der einen und vom Shenandoah River auf der anderen Seite begrenzt und ist an einem Hügel gebaut. Es gibt eine Menge kleiner, niedlicher Häuser, die ziemlich alt sind und einige besondere Punkte, die eine wichtige Rolle im Civil War gespielt haben. Im Sommer sind unglaublich viele Touristen im Ort unterwegs, aber da die Hauptsaison noch nicht angefangen hat und das Wetter nicht der Knaller war, waren kaum Leute unterwegs und Verena konnte sich – wie immer – richtig ausleben. Wir hatten also mal wieder einen Supersonntagsminiroadtrip, yay!

4 Kommentare 15.5.09 15:13, kommentieren

It's a snow day!

No school - Albtraum eines jeden Au Pairs. Fast jeden. I'm lovin' it! Gestern Abend hat es angefangen zu schneien und heute Morgen war alles weiß! Noch mehr als beim letzten Mal, das hier ist nämlich unser zweites Mal Schnee diesen Winter. Gerechnet hat damit aber niemand, vorvorgestern sind wir nämlich schon ohne Jacken rumgelaufen, weil es so warm war.

Die Schulkids aus Fairfax und Alexandria County haben also gestern Abend ganze Arbeit geleitest und die Anleitung befolgt:

-flush ice cubes down the toilet twice

-wear your PJs inside out

-sleep with a spoon under your pillow

-do a snow dance

Damit ist ein snow day quasi garantiert =) Ich finde es ganz wunderbar. Leider kann ich nicht wirklich weg, aber dafür ist es ein gechillter und relaxter Tag zu Hause, was ich nach den letzten Wochen, in denen ich nur unterwegs war, gut gebrauchen kann.

Natürlich waren Johni und ich eben auch schon draußen und haben snow angels gemacht:

Schlitten fahren und Schneeballschlacht durften auch nicht fehlen.

 

It's a snow day!

2 Kommentare 2.3.09 17:46, kommentieren

And the Oscar goes to ...

Die Academy Awards das erste Mal live und komplett gucken - ein Traum! Gestern Abend wurden unsere kleinen, goldenen Freunde zum 81. Mal im Kodak Theatre in Hollywood übergeben und wie sich das für ein Au Pair gehört, habe ich das Ganze mit Freunden auf einem Riesenscreen vom Red Carpet bis zum Ende verfolgt. Hugh Jackman war super als host und auch sonst fand ich die Show besser als so manches Jahr davor. Dass Slumdog Millionaire der Abräumer des Abends war, steht eindeutig fest, also werde ich ihn mir wohl doch noch ansehen.

Mit Kate Winslet als bester Hauptdarstellerin und ihrer sympathischen Dankesrede waren wir alle sehr glücklich, vor allem, weil Angelina Jolie nicht gewonnen hat. In 'Changeling' war sie super, aber Jen ist einfach cooler und netter und sollte neben Brad sitzen. So.

Der beste Moment des ganzen Abends war eindeutig, als Heath Ledger den Oscar für die beste männliche Nebenrolle bekommen hat und sein Dad, seine Mum und seine Schwester den Preis entgegengenommen haben. So traurig, aber keine Überraschung und total verdient, er hat den 'Joker' in 'The Dark Knight' perfekt gespielt. Jedes Mal wenn ich in Soho vor seinem ehemaligen Haus stehe, in dem er gestorben ist, bin ich echt traurig.

Nächstes Jahr werde ich dann auf jeden Fall die ganze Nacht wachbleiben und mir die volle Dröhnung Academy Awards geben und an meine Zeit hier zurückdenken. Und dann heißt es wieder: And the Oscar goes to ...

2 Kommentare 23.2.09 19:10, kommentieren

Santa Claus is coming to town

Lang lang ist’s her, aber es passiert einfach so viel, dass ich mit dem Schreiben nicht hinterherkomme. Und ich chille vielleicht ein bisschen zu gerne, ich geb’s zu, aber einen neuen Eintrag wollte ich 2008 doch noch schreiben.

Am 31. Oktober hat sich ganz Amerika verkleidet - Halloween. Ich war mit Sina und ihren Kindern trick’n’treaten und habe die ganzen Knirpse beim vom Haus zu Haus Rennen beobachtet. Alle waren superaufgeregt und haben vor jeder Tür ‘Trick or treat’ gerufen und riesige Berge an Süßigkeiten eingesammelt. Den Abend haben Sarah und ich dann in Georgetown verbracht und mit Tausenden anderen, vor allem Studenten, gefeiert. Alles um die M Street war supervoll und es gab die schrillsten Kostüme, manchmal richtig gruselig. Einige Mädchen waren halbnackt, wie auch abends immer in den Clubs. Den Spruch ‘Do you wanna lock me up?’ habe ich an dem Abend auch so einige Male zu hören bekommen. Halloween ist definitiv einer meiner Lieblingsfeiertage in Amerika.

Der November war einer der schönsten Monate hier: Annika, Sarah und ich haben so viele Sachen gemacht, waren jedes Wochenende in Clubs unterwegs. Ich habe danach des Öfteren mal bei Sarah geschlafen, was nach der 6. Woche am Stück zu einer gewissen Belustigung ihrer Gasteltern geführt hat. Egal on in Georgetown an der Uni, in der Ultrabar, bei TGI mit unserer brownie obsession oder bei Sarah auf der Coach - wir hatten unglaublich viel Spaß (und Sprite!).

Am letzten Novemberwochenende stand dann schon der nächste traditionell amerikanische Feiertag an, nämlich Thanksgiving. Wir hatten ein großes Dinner bei uns zu Hause und meine Gasteltern haben gleich zwei Truthähne gemacht. Es waren ziemlich viele Leute da und jeder hat etwas speziell für Thanksgiving mitgebracht: Kürbiskuchen, Cranberryspeisen und Sweet Potatoes. Annika, neben Sarah meine beste Freundin hier, hat sich kurz vor Thanksgiving entschieden ihre Gastfamilie zu wechseln. In den zwei Wochen, die sie dazu Zeit hatte, war aber keine gute Familie dabei. Deswegen ist sie Anfang Dezember zurück nach Deutschland geflogen. Der Tag, an dem wir sie zum Flughafen gebracht haben, war einer der traurigsten in meinen 6 Monaten. Dani, Sarah und ich mussten ziemlich viel weinen und auch jetzt vermisse ich sie noch.

Dann ist Weihnachten auch schon immer näher gekommen. Mitte Dezember bin ich mit Sarah für einen Tag nach New York gefahren, um den Weihnachtsbaum am Rockefeller Center anzusehen. Es war unglaublich voll, wie auf einem Konzert. Jeder hat gedrückt und geschoben, aber es war super den Baum mal ‘live’ zu sehen. New York City zur Weihnachtszeit ist toll.

 

Times Square war wie immer unbeschreiblich und der Central Park winterlich romantisch. Auf der Bow Bridge hat gerade ein Mann seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht, da waren wir natürlich hin und weg. Die 5th Avenue war weihnachtlich dekoriert und noch schöner als sonst schon. Leider sitzt da nur Schaufenstershopping drin, aber einfach nur runterzulaufen ist beeindruckend.

Vorletztes Wochenende kam dann auch meine Lieblingsfreundin aus Michigan hergeflogen. Am Freitag hatte ich mit Freunden noch einen sehr coolen Abend im Club und Samstag war es dann so weit.

 

Ich war so aufgeregt bevor ich Sonja vom Reagon National abgeholt habe und habe mich unglaublich gefreut. Abends waren wir im Patriot Center auf einem genialen Oasis Konzert, ich kann immer noch nicht glauben, dass ich die wirklich live gesehen habe.

Ausnahmsweise hatte ich mein sleepover an dem Wochenende auch mal nicht bei Sarah, sondern bei Laura, die ganz in der Nähe des Patriot Centers wohnt. Sonja und ich haben in der Woche, die sie hier war, John F. Kennedy einen Besuch auf dem Arlington Cementery abgestattet, die Potomac Mills Mall am Sonntag vor Weihnachten geplündert, Old Town abgecheckt und das Newseum besucht.

 

Und uns das volle Weihnachtsprogramm gegeben, wie sich das für unser erstes amerikanisches Weihnachten gehört. Wir haben deutsche Weihnachtskekse für Santa Claus gebacken und die schmeckten sogar richtig gut. Die Beleuchtung hier hat auch ziemlich zur weihnachtlichen Stimmung beigetragen, es ist unglaublich wie Amerikaner dekorieren. Zu Halloween hatten viele ja schon verrückte Sachen im Garten stehen, aber was an Weihnachten an manchen Häusern an Lichtern aufgefahren wird ist unbeschreiblich. Wir sind zu einem Haus an der Collingwood gefahren, das so unglaublich dekoriert ist, dass Leute sich in einer Schlange im Auto anstellen, um vorfahren zu können. Das Haus hat einen eigenen Radiosender, den man im Auto einschaltet. Die Lichter im Garten sind dann auf die Radiomusik abgestimmt. Ich habe einige Videos gemacht, ich versuche die nächste Woche hochzuladen.

 

Heiligabend waren wir mit meiner Gastfamilie in der Kirche und haben den Gottesdienst auf Videoleinwand angesehen. Ja, richtig, auf Videoleinwand. Die Kirche ist immer ziemlich voll, deswegen haben sich meine Gasteltern überlegt, dass wir die Messe wie viele andere im Vorraum gucken. Das war gewöhnungsbedürftig, ansonsten war Heiligabend wunderbar entspannt. Wir hatten Besuch zum Dinner, aber Geschenke werden in Amerika erst am 25. ausgepackt. Da die Kinder natürlich sofort losstarten wollten, mussten wir früh raus und haben erstmal alle in unsere Socken am Kamin geschaut und viele schöne Sachen gefunden. Da war Santa wirklich fleißig. Unter dem Weihnachtsbaum waren dann Tonnen an Geschenken und es hat ziemlich lange gedauert bis wir alle ausgepackt hatten.

 

Nach einem entspannten Weihnachtsfrühstück waren Sonja und ich noch mit Marisa am Pier und haben in der Sonne relaxt. Abends hatten wir wieder Besuch zum Dinner und es gab noch mehr Geschenke. Als Sonja sich am Samstag verabschiedet hat, um das Wochenende in Philly zu verbringen war ich ziemlich traurig, aber wir werden uns morgen in New York wiedertreffen und Silvester zusammen feiern. Mein Wochenende war entspannt, gestern Abend waren wir noch in Old Town und am National Harbor in Maryland. Morgen früh geht’s für mich dann los in Richtung Big Apple, wo ich bis Sonntag Urlaub mache. Drückt mir die Daumen, dass das Wetter gut ist, im Moment geht es hier nämlich drunter und drüber. Anfang letzter Woche -8° und dann gestern, nichtmal sieben Tage später, +20°.

Ich hoffe ihr hattet alle schöne und entspannte Feiertage und habt tolle Pläne für Silvester. Euch allen einen guten Rutsch und viel Spaß.

1 Kommentar 30.12.08 04:24, kommentieren

And I've been doing just fine

Der Oktober ist schon wieder vorbei, das kann ich kaum glauben. Anfang November bin ich vier Monate hier. Ein Drittel meines Au Pair Jahres. Ich hoffe die Zeit hört endlich mal auf zu fliegen. Im letzten Monat ist wieder eine Menge passiert.

Ich habe einen neuen Job gefunden, ...

...der mir alles abverlangt.

Habe einen tollen Mann kennengelernt und ...

... treffe mich regelmäßig mit dem zukünftigen Präsidenten der USA zum Kaffeeklatsch.

Mir geht es also richtig gut! Mitte Oktober war ich mit Freunden für ein Wochenende in Virginia Beach. Da haben wir ein letztes Mal richtig Sommersonnestrandurlaub gemacht. Es war zwar ziemlich windig, aber man konnte eigentlich noch kurze Sachen tragen (zumindest zeitweise). Die meiste Zeit über haben wir am Strand oder im Whirlpool gechillt, waren downtown an der Strandpromenade und haben in einem ziemlich guten Club gefeiert und ein paar nette Jungs kennengelernt. Kurz bevor wir wieder gefahren sind, waren wir alle zusammen unten am Strand und haben Delphine gesehen! Nicht nur die Flossen, sondern die sind so richtig aus dem Wasser rausgesprungen, yaaaay.

Wieder zurück in Alexandria ist es ein letztes Mal so richtig warm geworden - am Dienstag vor meinem Geburtstag waren es noch 27° und alle sind in kurzen Sachen rumgerannt. Dann war es aber auch vorbei mit dem Sommer, seit meinem Geburtstag ist es kalt. Oft ist es sonnig, aber ohne Jacke geht hier nichts mehr.

Mein Geburtstag war ... anders als sonst. Am Abend davor bin ich mit meiner Gastfamilie italienisch essen gegangen und habe schon meine Geschenke bekommen. Und eine ice cream Torte. Normalerweise bekommt man hier ein Stück Kuchen auf den Teller und dazu immer eine Kugel Eis und dann isst man das Ganze zusammen. Ich hatte einen fast komplett aus Eis bestehenden Kuchen, yummy. Die Vorgeburtstagsparty war super und meine Gastfamilie wirklich lieb. Am 17. hat auch alles gut angefangen (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Carina für das Wecken, es geht doch nichts über einen nächtlichen Geburtstagsanruf - von dem ich übrigens wirklich nur noch die Hälfte weiß, weil ich so unglaublich müde war). Ich war morgens mit meinen Freunden bei ihop frühstücken und mittags hatte ich auch noch kurz Besuch. Als ich dann aber meine Eltern, Linda und Baby in dem dekorierten Zimmer mit einem Geburtstagskuchen gesehen habe, habe ich wirklich Heimweh bekommen. Kein Ich-will-jetzt-unbedingt-aus-Amerika-weg-Heimweh, sondern Ich-vermisse-meine-Familie-Heimweh. Das war wirklich nicht so leicht. Als mich danach noch Julia angeskypt hat und die anderen alle da waren, war ich so gerührt (danke nochmal für eure Geschenke und Briefe <3) - und immernoch traurig. Das wurde auch erst abends besser als wir in einen richtig guten Club zum Feiern gegangen sind und einen tollen Abend hatten.

 

Vorletzten Donnerstag war ich dann nach Maroon 5 auf meinem zweiten Konzert hier - bei One Republic. Viel rockiger (sofern man bei One Republic von rockig sprechen kann) als ich gedacht hätte und live ziemlich gut. Nach über einer Stunde fing die Stimme des Sängers an ein wenig anstrengend zu werden - aber who cares. Die Vorbands waren nicht schlecht, die eine kannte ich sogar. Jetzt kommen noch Konzerte von Oasis und The Killers, das wird ein Knaller!

Letztes Wochenende stand dann die White House Tour an. Morgens haben wir uns alle getroffen und sind durch die Sicherheitskontrolle gegangen, um Georgiboys trautem Heim einen Besuch abzustatten. Es ist cool, dass ich jetzt sagen kann: 'Ich war im Weißen Haus!', aber das ist auch schon fast alles. Im Eingangsbereich hingen Urlaubsphotos von einigen Präsidenten und man konnte in einige Räume reingucken. Es war schon beeindruckend zu wissen, dass man nicht weit vom oval office entfernt ist, aber eigentlich hätte man auch durch ein Museum laufen können ohne einen Unterschied zu bemerken. Am Ende der Tour kam man direkt vor dem Weißen Haus raus, leider durfte man keine Kamera mit reinnehmen, sonst hätte man wirklich super Photos machen können. Es war auf jeden Fall super, dass wir die Tour gemacht haben, aber warum man da als 'normaler' Mensch ohne Kontakte nicht reinkommt und so ein Riesenspektakel darum gemacht wird, ist mir nicht klar geworden.

Am Sonntag sind wir dann zu fünft in den Shenandoah Nationalpark gefahren ('Almost heaven, (west) Virginia, Blue Ridge Mountains, Shenandoah River'). Das Wetter war super, Sonne pur und der Tag total relaxt. Kein must see, aber ein schöner kleiner roadtrip.

Da ich abends ja immer frei habe, treffe ich mich meist mit Freunden und mache irgendwas (gerne auch mal College schwänzen - Montagabend - Sina und Julia fahren 25 Minuten zum College - fahren ins Parkhaus - bleiben im Auto sitzen, weil sie etwas zu früh dran sind - "Oder wollen wir Kaffee trinken gehen?" - "Okay!" - fahren 25 Minuten zurück und verbringen den Abend bei Starbucks - Fazit: ich bin noch nicht bereit für die Eigenverantwortung, die man im Studium tragen muss). Dienstagabend sind wir ganz spontan nach DC zum Dupont Circle gefahren und haben uns das traditionelle Drag Queen Race angesehen. Jeden Dienstag vor Halloween brezeln sich drag queens so richtig auf (dieses Jahr gerne auch mal als die allseits beliebte Sarah Palin) und flitzen dann auf ihren (very) high heels die 17th Street runter. Tausende Menschen stehen am Straßenrand und gehen voll ab, das war so lustig, ich musste einfach die ganze Zeit nur noch lachen. Sogar der Bürgermeister von DC war da und hat zugeguckt. Einfach nur schräg. Zum Glück hab ich alles mit meiner Cam aufgenommen.

Gestern bin ich zur Abwechselung abends mal zu Hause geblieben und habe mit meinen Kindern pumpkins gecarved. Das ist eine ganz schön glibschige Angelegenheit und macht richtig Spaß. Mein Kürbis ist fürs erste Mal auch richtig gut geworden, nicht wirklich creepy, aber schön. Heute Abend werde ich trick or treaten gehen und danach nach Georgetown, DCs Studentenviertel, fahren, wo die Straßen alle gesperrt sind und Party gemacht wird.

Das Rennen um das Amt des amerikanischen Präsidenten ist eigentlich schon gelaufen, zumindest ist das die Ansicht vieler. Bis zu den Wahlen nächsten Dienstag wird es kaum möglich sein, noch eine Trendwende herbeizuführen. Barack Obama liegt selbst in einem normalerweise republikanischen Staat wie Virginia vor John McCain. Außerdem fährt Obama momentan wirklich alles auf, was er hat. Vorgestern hat er sich auf 7 Sendern eine halbe Stunde Sendezeit zur prime time (vor dem Finale der world series - 7 Spiele zwischen den Gewinnern der beiden amerikanischen Profibaseballligen) gekauft und von 8pm bis 8.30pm Werbung für sich gemacht (und sich dabei relativ schlau angestellt, indem er gesagt hat, dass er kein perfekter Präsident sein wird, aber dass er ehrlich sein wird und Mitspracherecht gewähren wird). Sowas kommt natürlich an. Zudem hat sich John McCain mit Sarah Palin als Vizekandidatin wahrscheinlich keinen großen Gefallen getan, zumindest gab es ziemlich viel negative publicity. Auch wenn ich heute einen Radiospot von Joe, the plumber für McCain gehört habe, oh man, ich musste so lachen. Die letzte Debatte, in der die beiden Kandidaten ungefähr 500 Mal Joe, den plumber eingebracht haben, hätte ein klasse Trinkspiel abgegeben. Ich freu jetzt schon auf den Inauguration Day im Januar, an dem es hier in DC richtig rund geht und der neue Präsident (=Barack Obama) mit riesigem Trara seinen Amtsantritt feiert.

2 Kommentare 31.10.08 17:37, kommentieren

I wanna wake up in a city that never sleeps

Hi, how are you? Um mal sofort die amerikanische Standartfrage rauszuknallen, die du stellst, egal ob beim Arzt, an der Supermarktkasse oder in der Bank. Ich habe gerade mal wieder ein Wochenende hinter mir (leider), dieses Mal aber weniger spannend als sonst. Vor zwei Wochen ging es Richtung Norden und ich habe zusammen mit 3 Freunden ein Wochenende lang den Big Apple unsicher gemacht. Der Bus (nicht DER Chinatownbus, sondern nur EIN Bus aus Chinatown) war viel besser als erwartet und die Behauptung meines Gastvaters, das lebende Hühner mitfahren, stimmte glücklicherweise nicht. Und die Koffer mussten auch nicht aufs Dach, Glück gehabt.

In New York City angekommen hat sich schnell herausgestellt, dass New Yorker hostels ihrem Ruf durchaus gerecht werden. Ich finde aber auch echt, dass Fußboden überbewertet wird. Beton und aufgerissener PVC-Boden haben auch Charme. Vor allem wenn man dann noch ein paar süße, kleine Haustiere rumkrabbeln sieht, wenn man ins Bett geht. Mit uns im Zimmer waren noch zwei andere Deutsche (wer auch sonst? Man wird hier von Deutschen verfolgt, egal wo man hingeht, man hört Deutsch). Einer unserer Mitbewohner war tatsächlich der erste Junge, den ich kennengelernt habe, der von Primark schwärmt. New York City an sich war wieder toll, leider war das Wetter freitags suboptimal, es war nur am regnen. Wir haben trotzdem das volle Programm durchgezogen und ein tolles Wochenende gehabt.

Hier sitzen wir auf den Stufen von Carrie Bradshaw's Haus aus Sex and the City im West Village. Nicht die typische Touristenattraktion, aber für Au Pairs ein Muss. Und nachdem wir auf dem Weg Richtung Uptown auch noch die Gay Street entdeckt haben, war der Tag sowieso ein Knaller. Leider war Soho bei weitem nicht so cool, wie ich es mir vorgestellt hatte, zumindest das historic district nicht. Vielleicht muss ich da nochmal die richtige Ecke finden.

Das Wochenende danach war wieder Sightseeing in DC angesagt, National Zoo und Georgetown, das Studentenviertel in DC. Die Exorzistentreppe haben wir zwar noch nicht angeguckt, aber Georgetown an sich ist klasse. Ein bisschen wie Old Town Alexandria, nur stylisher und jünger. Und manchmal ein bisschen prollig, zumindest wären die aufgestellten Kragen bei den Ralph Lauren Poloshirts der Jungs nicht unbedingt nötig gewesen.

Freitagabend gings zum Clubbing nach DC ins Ultrabar. Voll gute Sache, wie immer gewöhnungsbedürftig amerikanisch. Sich mit einem Becher Starbuckscoffee in der Schlange vorm Club anzustellen hat aber definitiv was.

Und Samstagabend hat mein Gastvater vier Baseballtickets springen lassen, da hab ich natürlich nicht nein gesagt. Im Nationals Park wars echt cool, Baseball an sich ist weniger spannend, aber im Stadion ist es super. Amerikaner lassen sich immer was einfallen, egal ob es verkleidete Leute mit riesigen Präsidentenköpfen sind, die zu einem Wettlauf antreteten (Presidents Race) oder Tshirtkanonen. Witzig anzusehen ist vor allem das 7th Inning Stretching. Zwischen top und bottom des siebten Innings stehen plötzlich alle im Stadion auf, es wird Musik angeschmissen und alle strecken sich.

Dienstag ging es für mich direkt wieder zu einem Baseballspiel, da aber nur Annika und ich, weil ihre Gasteltern ihr zwei Karten geschenkt hatten.

Seit Dienstag sind meine Gasteltern übrigens in England, diese Woche war deswegen etwas stressiger, weil ich an alles denken muss. Seit Donnerstag ist aber die Schwester meines Gastvaters aus Florida mit ihrem Mann hier und betüddelt mich ein wenig. Gestern Morgen hab ich zum Frühstück tatsächlich einen Pfannkuchen in Form eines 'J' bekommen =)

Dieses Wochenende war leider langweilig, die meiste Zeit war ich unterwegs und habe eingekauft, Samstag war ich bei einem family dinner, ansonsten noch bei Starbucks und im Kino. Hoffentlich geht nächste Woche wieder mehr.

Übernächstes Wochenende fahre ich wahrscheinlich mit 5 anderen Au Pairs nach Virginia Beach und wir chillen von Samstag bis Montag da. Zum Baden wirds zu kalt sein, aber Strand direkt vor der Tür ist trotzdem klasse. Und wir planen gerade einen Trip nach Kanada, damit wir mal wieder richtig feiern können!

5 Kommentare 29.9.08 17:33, kommentieren

Put your hands up for ... Michigan!

Vorletzten Freitag war es dann also endlich so weit, ich bin vom Reagon National nach Detroit geflogen. Langsam hab ich echt einen Durchblick wie das alles läuft, ich kann mich selber einchecken, weiß wie ich ohne amerikanische Kreditkarte Flüge buchen kann undundund. Die Sicherheitsvorkehrungen sind bei inneramerikanischen Flügen komischerweise sogar noch strenger als bei internationalen in die USA, ich musste sogar die Schuhe ausziehen. Ich habe für mich jetzt beschlossen hier nur noch mit Handgepäck zu fliegen, das macht viel mehr Sinn und geht einfach schneller und  ist billiger.

Die Tage in Michigan waren traumhaft. Sonja und ich waren nur unterwegs und haben den Sommer genossen. Das Open Air Konzert von Maroon 5 war der hammer und vielleicht möchte ich jetzt doch nicht Michael Phelps heiraten (der ist ja auch irgendwie nicht hübsch), sondern Adam Levine. Es ist echt krass, wie viele Songs von Maroon 5 man einfach so aus dem Radio kennt, immer wenn die ein neues Lied angespielt haben, dachte man so 'Ach ja, das haben die ja auch noch, cool'.

Das Wetter an dem Wochenende war supersommersonnig, deswegen waren wir auch zweimal am See, einmal im Dodge Park, wo wir ein bisschen im Sand relaxt haben und einmal bei Luisa hinterm Haus, die Gastfamilie hat ein Grundstück direkt am lake. Und wir haben aus roten Plastikbechern getrunken (einmal Clichés bitte). Wir waren auch in Royal Oak und Birmingham, zwei wirklich schöne (nicht typisch amerikanische) Städtchen mit Cafés und Bars. Alles gut soweit. Und dann kam Ann Arbor. Fast 10 deutsche Au Pairs und ein amerikanischer Club. Das kann sich niemand vorstellen wie ein amerikanischer Discoabend aussieht, ehrlich nicht. Kein Vergleich zu Deutschland. Es ist ... anders. So viel dazu, man kann das nicht in Worte fassen, das muss man erlebt haben.

Detroit downtown war nicht so ghettomäßig wie ich es mir vorgestellt hatte und das Renaissance Center und der Detroit River waren ziemlich cool genau wie die Fahrt im People Mover. Ansonsten gefällt mir DC eindeutig besser, das ist wirklich mehr für Touristen, da gibt es mehr zu sehen. Michigan an sich ist aber traumhaft, überall Seen. Und viele große Häuser. Summertime in Michigan gefällt mir =)

Zurück in Alexandria hat die Schule von den Kindern wieder angefangen. Mein sowieso schon schönes Au Pair Leben ist noch schöner geworden. Ich muss morgens früh raus und fahre die Kinder, aber ab halb neun habe ich frei. Meist bis 2.45 pm, manchmal aber auch länger. In der Zeit chille ich, treffe mich mit Freunden, mache Erledigungen oder gehe einkaufen. Generell irgendwas mit Geld ausgeben. Ich habe in den 2 Monaten hier schon über 1000$ ausgegeben, das ist unglaublich. Wo bleibt das Geld nur? Wir haben uns jetzt vorgenommen nicht mehr so viel essen zu gehen und so, sondern mal zu Hause Atomobst (ich hab hier noch nie vergammeltes Obst gesehen, ich will nicht wissen, was die da alles draufsprühen) oder ein Sandwich zu essen, aber dann telefoniert man morgens und die erste Frage ist: "Wollen wir heute zusammen lunch haben?". So viel dazu.

Letztes Wochenende war dann Katastrophentourismus angesagt. Donnerstag und Freitag hat man schon überall Warnungen wegen dem Hurricana Hanna in Radio und Fernsehn gehört und Samstag war es dann so weit. Der Hurricane hat zwar South Carolina getroffen, aber wir hatten hier richtig viel Regen. Was macht man als Au Pair an einem verregneten Samstag? In die Outletmall fahren natürlich! Und hallo? Wir kommen aus Deutschland! Im Gegensatz zu Fahrern aus einem Land, auf das ich hier nicht genauer eingehen möchte, KÖNNEN wir Auto fahren. Also auf in den Kampf. Die Amis stellen sich so an, das ist unglaublich. Okay, die Straßen waren nass, aber mit genug Abstand zum Vordermann war das alles kein Problem. Und die winkenden Polizisten an den Kreuzungen sahen in ihren neongelben Capes auch putzig aus. Nachdem wir unser Konto also mal wieder (über-)strapaziert hatten, haben wir guten, deutschen Autofahrer uns also auf den Rückweg gemacht bis uns ein kleines Problem auf der Telegraph Road im Weg stand. (Anmerkung: dieser Fluss ist eigentlich eine vielbefahrene Straße)

Ich kanns kaum glauben, dass ich jetzt schon 2 Monate hier bin. Zwei. Und ich habe nur noch zehn, langsam kriege ich Angst. Au Pair sein (wenn man die richtige Familie und Kinder im richtigen Alter hat) ist ein Traum. Die Zweimonatsmarke habe ich dann am Sonntag auch zum Anlass genommen mal zum Kapitol und zum Weißen Haus zu fahren. JA, ich war endlich da =) Beweis:

Nächstes Wochenende fahre ich (mal wieder) nach New York City. Diesmal mit Sina, Lara (Sinas Schwester aus Deutschland) und Julia. Ich hab Freitag freibekommen, also geht es schon übermorgen los. Soho, ich komme. Und einen echten New Yorker Club müssen wir auch unbedingt rocken.

Take care.

2 Kommentare 10.9.08 15:32, kommentieren