And I've been doing just fine

Der Oktober ist schon wieder vorbei, das kann ich kaum glauben. Anfang November bin ich vier Monate hier. Ein Drittel meines Au Pair Jahres. Ich hoffe die Zeit hört endlich mal auf zu fliegen. Im letzten Monat ist wieder eine Menge passiert.

Ich habe einen neuen Job gefunden, ...

...der mir alles abverlangt.

Habe einen tollen Mann kennengelernt und ...

... treffe mich regelmäßig mit dem zukünftigen Präsidenten der USA zum Kaffeeklatsch.

Mir geht es also richtig gut! Mitte Oktober war ich mit Freunden für ein Wochenende in Virginia Beach. Da haben wir ein letztes Mal richtig Sommersonnestrandurlaub gemacht. Es war zwar ziemlich windig, aber man konnte eigentlich noch kurze Sachen tragen (zumindest zeitweise). Die meiste Zeit über haben wir am Strand oder im Whirlpool gechillt, waren downtown an der Strandpromenade und haben in einem ziemlich guten Club gefeiert und ein paar nette Jungs kennengelernt. Kurz bevor wir wieder gefahren sind, waren wir alle zusammen unten am Strand und haben Delphine gesehen! Nicht nur die Flossen, sondern die sind so richtig aus dem Wasser rausgesprungen, yaaaay.

Wieder zurück in Alexandria ist es ein letztes Mal so richtig warm geworden - am Dienstag vor meinem Geburtstag waren es noch 27° und alle sind in kurzen Sachen rumgerannt. Dann war es aber auch vorbei mit dem Sommer, seit meinem Geburtstag ist es kalt. Oft ist es sonnig, aber ohne Jacke geht hier nichts mehr.

Mein Geburtstag war ... anders als sonst. Am Abend davor bin ich mit meiner Gastfamilie italienisch essen gegangen und habe schon meine Geschenke bekommen. Und eine ice cream Torte. Normalerweise bekommt man hier ein Stück Kuchen auf den Teller und dazu immer eine Kugel Eis und dann isst man das Ganze zusammen. Ich hatte einen fast komplett aus Eis bestehenden Kuchen, yummy. Die Vorgeburtstagsparty war super und meine Gastfamilie wirklich lieb. Am 17. hat auch alles gut angefangen (an dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an Carina für das Wecken, es geht doch nichts über einen nächtlichen Geburtstagsanruf - von dem ich übrigens wirklich nur noch die Hälfte weiß, weil ich so unglaublich müde war). Ich war morgens mit meinen Freunden bei ihop frühstücken und mittags hatte ich auch noch kurz Besuch. Als ich dann aber meine Eltern, Linda und Baby in dem dekorierten Zimmer mit einem Geburtstagskuchen gesehen habe, habe ich wirklich Heimweh bekommen. Kein Ich-will-jetzt-unbedingt-aus-Amerika-weg-Heimweh, sondern Ich-vermisse-meine-Familie-Heimweh. Das war wirklich nicht so leicht. Als mich danach noch Julia angeskypt hat und die anderen alle da waren, war ich so gerührt (danke nochmal für eure Geschenke und Briefe <3) - und immernoch traurig. Das wurde auch erst abends besser als wir in einen richtig guten Club zum Feiern gegangen sind und einen tollen Abend hatten.

 

Vorletzten Donnerstag war ich dann nach Maroon 5 auf meinem zweiten Konzert hier - bei One Republic. Viel rockiger (sofern man bei One Republic von rockig sprechen kann) als ich gedacht hätte und live ziemlich gut. Nach über einer Stunde fing die Stimme des Sängers an ein wenig anstrengend zu werden - aber who cares. Die Vorbands waren nicht schlecht, die eine kannte ich sogar. Jetzt kommen noch Konzerte von Oasis und The Killers, das wird ein Knaller!

Letztes Wochenende stand dann die White House Tour an. Morgens haben wir uns alle getroffen und sind durch die Sicherheitskontrolle gegangen, um Georgiboys trautem Heim einen Besuch abzustatten. Es ist cool, dass ich jetzt sagen kann: 'Ich war im Weißen Haus!', aber das ist auch schon fast alles. Im Eingangsbereich hingen Urlaubsphotos von einigen Präsidenten und man konnte in einige Räume reingucken. Es war schon beeindruckend zu wissen, dass man nicht weit vom oval office entfernt ist, aber eigentlich hätte man auch durch ein Museum laufen können ohne einen Unterschied zu bemerken. Am Ende der Tour kam man direkt vor dem Weißen Haus raus, leider durfte man keine Kamera mit reinnehmen, sonst hätte man wirklich super Photos machen können. Es war auf jeden Fall super, dass wir die Tour gemacht haben, aber warum man da als 'normaler' Mensch ohne Kontakte nicht reinkommt und so ein Riesenspektakel darum gemacht wird, ist mir nicht klar geworden.

Am Sonntag sind wir dann zu fünft in den Shenandoah Nationalpark gefahren ('Almost heaven, (west) Virginia, Blue Ridge Mountains, Shenandoah River'). Das Wetter war super, Sonne pur und der Tag total relaxt. Kein must see, aber ein schöner kleiner roadtrip.

Da ich abends ja immer frei habe, treffe ich mich meist mit Freunden und mache irgendwas (gerne auch mal College schwänzen - Montagabend - Sina und Julia fahren 25 Minuten zum College - fahren ins Parkhaus - bleiben im Auto sitzen, weil sie etwas zu früh dran sind - "Oder wollen wir Kaffee trinken gehen?" - "Okay!" - fahren 25 Minuten zurück und verbringen den Abend bei Starbucks - Fazit: ich bin noch nicht bereit für die Eigenverantwortung, die man im Studium tragen muss). Dienstagabend sind wir ganz spontan nach DC zum Dupont Circle gefahren und haben uns das traditionelle Drag Queen Race angesehen. Jeden Dienstag vor Halloween brezeln sich drag queens so richtig auf (dieses Jahr gerne auch mal als die allseits beliebte Sarah Palin) und flitzen dann auf ihren (very) high heels die 17th Street runter. Tausende Menschen stehen am Straßenrand und gehen voll ab, das war so lustig, ich musste einfach die ganze Zeit nur noch lachen. Sogar der Bürgermeister von DC war da und hat zugeguckt. Einfach nur schräg. Zum Glück hab ich alles mit meiner Cam aufgenommen.

Gestern bin ich zur Abwechselung abends mal zu Hause geblieben und habe mit meinen Kindern pumpkins gecarved. Das ist eine ganz schön glibschige Angelegenheit und macht richtig Spaß. Mein Kürbis ist fürs erste Mal auch richtig gut geworden, nicht wirklich creepy, aber schön. Heute Abend werde ich trick or treaten gehen und danach nach Georgetown, DCs Studentenviertel, fahren, wo die Straßen alle gesperrt sind und Party gemacht wird.

Das Rennen um das Amt des amerikanischen Präsidenten ist eigentlich schon gelaufen, zumindest ist das die Ansicht vieler. Bis zu den Wahlen nächsten Dienstag wird es kaum möglich sein, noch eine Trendwende herbeizuführen. Barack Obama liegt selbst in einem normalerweise republikanischen Staat wie Virginia vor John McCain. Außerdem fährt Obama momentan wirklich alles auf, was er hat. Vorgestern hat er sich auf 7 Sendern eine halbe Stunde Sendezeit zur prime time (vor dem Finale der world series - 7 Spiele zwischen den Gewinnern der beiden amerikanischen Profibaseballligen) gekauft und von 8pm bis 8.30pm Werbung für sich gemacht (und sich dabei relativ schlau angestellt, indem er gesagt hat, dass er kein perfekter Präsident sein wird, aber dass er ehrlich sein wird und Mitspracherecht gewähren wird). Sowas kommt natürlich an. Zudem hat sich John McCain mit Sarah Palin als Vizekandidatin wahrscheinlich keinen großen Gefallen getan, zumindest gab es ziemlich viel negative publicity. Auch wenn ich heute einen Radiospot von Joe, the plumber für McCain gehört habe, oh man, ich musste so lachen. Die letzte Debatte, in der die beiden Kandidaten ungefähr 500 Mal Joe, den plumber eingebracht haben, hätte ein klasse Trinkspiel abgegeben. Ich freu jetzt schon auf den Inauguration Day im Januar, an dem es hier in DC richtig rund geht und der neue Präsident (=Barack Obama) mit riesigem Trara seinen Amtsantritt feiert.

31.10.08 17:37

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Sarah (25.12.08 04:21)
man man..hier geht es echt gar nicht mehr voran..Ich weiß auf jeden Fall, was dein guter Vorsatz fürs nächste Jahr sein kann regelmäßiger schreiben +haha+
Wish u a Merry Christmas! Darüber könntest doch dann zum beispiel mal schreiben..oder erstmal Thanksgiving aufholen :P
kussi

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